EIN FILM VON VIKTOR GAsIc

DER WALD

SYNOPSE

Zwei Paare unternehmen mit ihren Kindern einen Ausflug in den Wald. Sie sind jung, erfolgreich und fester Bestandteil des heutigen sozialpolitischen Establishments. Als ihre Kinder bei einem Unwetter verschwinden, beginnt das Konstrukt ihrer Freundschaft zu bröckeln. Sehr bald fällt die bürgerliche Fassade und aus den Vieren entsteht ein Psychogramm einer verlorenen Kultur. Es beginnt eine Odyssee durch die Wälder, die immer mehr zu einer Reise in

das Metaphysische wird. Die Geschichte wird fragmen-tarisch und nicht chronologisch erzählt. Sowohl in der Psychologie als auch in der Traumdeutung ist der Wald ein vielfach interpretierbares Symbol. Er verbirgt das Gute sowie das Schlechte und vernetzt das obere wie auch das untere Prinzip der Natur. Es entsteht ein poetisches Portrait der heutigen Gesellschaft, die verzweifelt nach einem Ausweg und einer Zukunft sucht.

„Wir steigen in denselben Fluß

und doch nicht in denselben;

wir sind es, und wir sind es nicht.

HERAKLIT

„Wen würdest du wählen:

Den Teufel, der dich zu Gott bringt,

oder den Gott, der dich zum Teufel bringt?“

G.I. Gurdjieff

DirectORS STATEMENT

Die Idee hinter der Oberfläche

Der Regisseur über den Film

Ich sehe den Film als eine zeitgenössische, filmische Prosa, eine Art poetischer Realismus. Der Traum von perma-nentem Fortschritt der Moderne ist in der heutigen postmodernen Gesellschaft endgültig passé. Sozial und po-litisch befinden wir uns in einem Vakuum Universum, in dem die alte Idee gestorben und die neue noch nicht geboren ist. Alles wird relativiert und nichts ist von Bestand. Beide Hauptfiguren, sowohl Paul, als auch Marek sind desillusioniert, der eine als Idealist, der andere als prag-matischer Materialist. Wenn die Kinder in einem Unwetter verloren gehen, richtet sich der Blick auf die Zukunft. Die zeigt das Abbild einer abgestumpften, emphatielosen Gesellschaft, die weder für sich selbst noch für Andere fähig ist, Sorge und Verantwortung zu tragen. Die Geschichte der Menschheit ist eigentlich eine Tragödie, denn irgendwann geht alles zu Ende. Doch die Natur des Menschen als Einzelnen hat immer noch eine Chance, sich neu zu erfinden. Wir stehen am Scheideweg der Geschichte und es ist unsere Wahl, ob wir alt „bewährte“, primitive Machtstrukturen wählen oder ob wir genug Mut haben, einen neuen Weg mit Verstand und Humanismus zu beschreiten.

 

Über die Metaphysik im Film

Wenn ich von Metaphysik spreche, dann meine ich nicht die, von Menschen erfundene (und dementsprechend nach menschlichem Abbild) personifizierte Metaphysik, die orga-nisiert und systematisch institutionalisiert ist, ähnlich einer McDonald Filiale. Metaphysik ist für mich ein Begriff aus der antiken Philosophie und bedeutet die verborgene Natur. Die Authentizität eines künstlerischen Werkes, wie z.B. bei einem Film, liegt in der Idee. Diese Idee ist aber nicht sofort sichtbar, sondern liegt verborgen hinter der audiovisuellen Oberfläche des Films. Als Kind habe ich Filme von Pasolini, Antonioni, Zanussi oder Tarkowskij gesehen und obwohl ich damals diese Filme nicht verstanden habe, haben sie auf mich einen starken Eindruck hinterlassen, so dass mich die Bilder, Dialoge und die Atmosphäre dieser Filme Jahrzehnte lang beschäftigt haben. Das war vielleicht auch einer der Hauptgründe, warum ich Film studiert habe. Als ich mir dann diese Filme nach so langer Zeit mehrere Male und mit anderen Augen nochmal angesehen habe, war mir der Moment, an dem mir die Idee der Filme näher kam, wie eine Offenbarung. In dieser Hinsicht ist der Film als Kunst auch eine metaphysische Erfahrung. Nicht die Protagonisten machen hier die klassische Heldenreise nach Campbell, sondern der Zuschauer als Einzelner. So gesehen hat „Der Wald“ keine horizontale, sondern eine vertikale Dramaturgie.

Über Film als Kunst

Claude Chabrol meinte, es gibt zwei Arten von Filmemachern: Die einen sind Geschichtenerzähler, die eine Geschichte erzählen wollen und die anderen sind Poeten, die eine Weltanschauung oder Meinung vertreten. Ich sehe Film als Kunst, die alle anderen Künste in sich vereint. Im Film gibt es einen Vortrag von Paul, bei dem er über sub­jektive und objektive Kunst redet. Der Begriff von subjektiver und objektiver Kunst stammt eigentlich von Gurdjieff, der eine steht als Begriff für die Oberfläche oder Form während der andere das Verborgene oder den Inhalt meint. Um aus einem Film auch Kunst zu machen, reicht es nicht, sich der technischen Werkzeuge zu bedienen und die filmischen Regeln zu beherrschen. Die wichtigste Stufe auf dem Weg zur Kunst sind eigene Lebenserfahrungen, in denen das Gelernte oder Erlebte innerlich verarbeitet wird. Denn genau wie Philosophie wird auch die Kunst aus dem Zweifel des Einzelnen geboren. Dies ist die Phase künstlerischer Selbstverwirklichung und hat etwas sakrales, anthropo-logisches in sich. Es ist die Kontemplation, denn dies funk-tioniert nur im inneren Dialog mit der Natur. Ein Kunstwerk wird immer mit eigenem Blut gemalt und geschrieben. Es ist ähnlich einem Bauwerk, das aus dem Nichts oder einer Idee entsteht. Umso komplexer die Architektur des Bauwerks, umso höher ist der Preis dafür. Denn der Preis, den ein

 

Künstler für sein Meisterwerk bezahlen muss, ist die Einsamkeit. Umso anspruchsvoller und höher seine Kunst, umso weniger Rezipienten und Anerkennung erreicht das Werk. Und obwohl dieses wie ein Turm von Babylon über die Halbkugel hinausragt, wird es kaum wahrgenommen. Das ist das Paradox, dass die höchste Kunst oft als tote Kunst bezeichnet wird, weil sich die Idee dahinter nur für wenige offenbart. Und dann kommt natürlich die Frage: Warum macht einer überhaupt Kunst, wenn dies von keinem „Nutzen“ ist? Wozu dann der ganze Aufwand zur Eroberung des Nutzlosen? Um das eigene künstlerische Ego zu befriedigen oder aus dem Bedürfnis heraus, eigene Erfahrungen oder Meinungen zu vermitteln? Es gibt einen wunderschönen Satz von Tarkowskij: „Die Menschheit hat außer dem künstlerischen Bild nichts uneigennützig erfunden, und vielleicht besteht tatsächlich der Sinn der menschlichen Existenz in der Erschaffung von Werken der Kunst, im künstlerischen Akt, der zweckfrei und uneigen-nützig ist. Vielleicht zeigt sich gerade darin, dass wir nach Gottes Ebenbild erschaffen wurden.” 1

Denn von welchem Nutzen sind Erfahrungen, die wir machen, wenn nicht von jenem, uns zu verwirklichen und weiter zu entwickeln? Und Kunst als solche ist die höchste Form des Menschen Daseins.

Über die Natur

Wir kommen nackt, ohne Vorurteile auf die Welt. Doch gleich nachdem wir die Augen geöffnet haben, warten vorgefertigte „Kleider“ in Form von Nation, Religion, Kultur oder sozialem Status auf uns. Wir ziehen diese an und spielen das Spiel des Lebens. Das Leben wird zum Karneval, zur politischen Farce. Wir tragen diese Kleider, einige sterben sogar dafür, ohne, dass sie sich einmal hinterfragt haben: „Bin ich das wirklich?“ So wird das Ego zur treibenden wie auch zur selbstzerstörerischen Lebenskraft. Jeder Mensch ist in seinem tiefsten Innern eigentlich ein Idiot, ein Idiot, weil er den wahren Grund seiner Existenz weder kennt, noch jemals erfahren wird. Er wird in diese Welt hineingeworfen und ist von Anfang an als Individuum verloren. Er klammert sich verzweifelt an die Gesellschaft, um einen Platz zu finden und Anerkennung zu erhalten. Am

 

Ende bleibt einem nicht viel übrig, außer sich dem Fluss des
Lebens hinzugeben und vom Wasser treiben zu lassen. Paul und Marek können kaum unterschiedlicher sein und dennoch ist die Linie, die beide trennt, marginal, es kommt auf die jeweilige Perspektive der Betrachtung an. Der eine glaubt an das, was er hat und was er haben will, während der andere daran glaubt, wer er ist oder wer er sein möchte. Ständig geht es nur um Haben oder Sein. Die Natur ist von bipolaren Kräften umgeben, die sich in ständigem Wandel bewegen. Die zwei Strömungen, die irgendwann zu einer werden, ist die lebende Dialektik der Natur. Es ist die größte Herausforderung des Lebens, alles loszulassen, um sein eigenes Konzept zu finden und dem dann auch treu zu bleiben. Selten hat ein Mensch sein Ego besiegt und sich selbst überwunden.

 

Über die Möglichkeit der Utopie heute

Utopie als eine vollkommene Gesellschaft ist die Heimat der Kunst. Es ist die Perspektive, aus der der Künstler die Welt betrachtet. Erst im Vergleich zur Realität bekommt ein künstlerisches Werk seine Wahrhaftigkeit und seine Be-deutung. Das ist auch der Grund, warum wahre Kunst fast immer kritisch ist. Früher war der Blick des Künstlers auf seine unmittelbare Gesellschaft gerichtet, heute, im globalen Zeitalter mit seiner medialen Präsenz ist das die ganze Welt. Wir alle drehen uns im gleichen Kreis. Alles hängt zusammen.

 

Seit Entstehung der Welt treibt die Menschheit mit Idealen von Gleichheit und Gerechtigkeit in eine bessere Zukunft voran. Die Vision von der besseren Zukunft war Teil des gesellschaftlichen Lebens, das war der Traum einer freien Welt. Seit der Industrialisierung ab der Mitte des 19. Jahr-hunderts, der technologischen Entwicklung der Neuzeit und der philosophischen Aufklärung des 18. und 19. Jahr-hunderts schien es, dass die utopische Erwartung  von der perfekten Welt so greifbar nahe ist. Doch dieses sozial-idealistische Kontinuum hat in den letzten 30 Jahren einen Bruch erlitten und stagniert. Wir befinden uns jetzt an einer Art evolutionärer Kreuzung; entweder dem alten Weg der sozial-darwinistischen, gegenseitigen Ausbeutung weiterhin zu folgen oder einen neuen Weg, dem einer gerechteren und optimierten Weltwirtschaft, in dem nicht nur die ganze Menschheit, sondern auch die Natur eingebunden wird, anzutreten. Die Geschichte lehrt uns, dass erst nach einer großen Katastrophe der Mensch fähig ist, einen neuen und evolutionären Weg zu suchen. Abgesehen von den Natur-katastrophen, die ohne menschliches Einwirken entstehen, gibt es Katastrophen, die die Menschen selber verursacht haben. Wie z.B. die Wirtschaftskatastrophe der 30er Jahre im letzten Jahrhundert. Diese, wie bekannt, hat sich von Amerika aus, in einem Dominoeffekt über die ganze Welt ausgebreitet. Und wie wir wissen, endete diese Wirt-schaftskrise damals mit einem Weltkrieg. Die vielleicht beste Lehre, die die Menschheit daraus gezogen hat, war die Gründung der Vereinten Nationen gleich nach dem Krieg im Jahr 1945, eine Idee, die aus jetziger Sicht als Vorreiter der heutigen Globalisierung der Märkte angesehen wird. So, wie die Wirtschaftskrise von 1929 sind auch die Krisen von 2008 und 2010, Krisen, die der Mensch selber verursacht hat.

 

Eine der Aufgaben der Kunst ist es, auf die Probleme der Welt aufmerksam zu machen, die Aufgabe der Politiker ist es, diese zu lösen. Es ist gerade nicht so, dass die Weltpolitik von den intelligentesten, also den Wissenschaftlern und/oder  Humanisten, also Soziologen und Philosophen geführt wird. Im Gegenteil sind es die gewöhnlichen Menschen, die führenden Oligarchen oder die von Macht besessenen, egoistischen Diktatoren, die das politische Klima von heute ausmachen. Dies ist aber kein Novum, wenn man in die Vergangenheit zurückschaut. Vielleicht haben sich die Kleider und Frisuren derjenigen oder die Namen der Institutionen im Laufe der Zeit geändert, aber es sind immer noch die gleichen Gesichter und Organi-sationen, die sich gegenseitig die Macht zu schaukeln. Das demokratische Karussell dreht sich selten nur nach vorne: Es wird ein Schritt nach vorne gemacht, doch bei den nächsten Wahlen geht es wieder zwei Schritte zurück.

 

Bei der Bankenkrise vor ein paar Jahren ist das Paradox par Excellence, dass ausgerechnet diejenigen, durch deren Kapital Gezocke die Krise verursacht wurde, von der Politik ausgewählt wurden, die Lage mit staatlichen Steuergeldern zu stabilisieren. Und statt danach den Geldfluss unter soziale Kontrolle zu stellen, geht alles wieder seinen alten Gang. Deswegen kann man in sozial-politischer Hinsicht eher von einem Rückschritt als von einem Fortschritt reden.

 

Die Ideale der französischen Revolution und der Aufklärung sind korrumpiert, die Ideale der kommunistischen Revolution wurden verraten. In dieser Hinsicht hat Marx auch Recht, wenn er behauptet, dass alle bisherigen Revolutionen nur eins gezeigt haben, nämlich, dass sich viel ändern lässt, bloß nicht die Menschen.

 

Der totale Zusammenfall jeglicher, utopischer Ideale hängt mit dem Aufstieg des entfesselten Kapitalismus als einziges, anerkanntes, globales, politisches und wirtschaftliches System zusammen. Wir leben heute in einem noch nie da gewesenen Wohlstand. Doch der konsumistische Wohlstand auf einer Seite ist trügerisch. Die Frustration und der Unmut der ins Abseits Geschobenen auf der anderen Seite können eines Tages eine Lawine auslösen. Denn einerseits wandern zunehmend Konzerne in die dritte Welt ab, um sich auf Kosten von Einheimischen breit zu machen und anderseits, obwohl es genügend Mittel und Technik gibt, um alle Probleme der Nahrungs- und Wasserknappheit der Welt innerhalb von 24 Stunden zu lösen, besteht von den Seiten der Mächtigen kein Interesse daran, weil das kaum Profit einbringt. Die Folge ist, dass die dritte Welt auswandert, weil sie kaum noch freien Lebensraum hat. Fast alles wird dem Profit untergeordnet, sowohl das Wasser, als auch die Meere oder Wälder werden kommerzialisiert. Diese Umwandlung der Werte könnte man auf alle Ebenen des sozialen Lebens ausweiten, egal, ob es um Politik, Sport oder Kunst geht, derjenige der mehr bietet, erhält den Zuschlag.

 

Das neoliberale System des globalen freien Marktes nach Chicago School hat sich spätestens nach der zweiten Bankenkrise von 2010 als ein primitives System des wirtschaftlichen Kannibalismus erwiesen. Der größere Konzern übernimmt den kleineren oder anders ausgedrückt, der größere Fisch frisst den kleineren. Die Überlebensstrategie des neo­liberalen freien Marktes ist nicht weit entfernt von der „Wildnis Überlebensstrategie“. Um sich in der Gesellschaft zu behaupten, wird der Mensch „entmenschlicht“. Eine Parabel dazu findet sich in der griechischen Mythologie, in der Sage des Kronos, der seine eigenen Kinder verspeist, weil er um seine Herrschaft fürchtet. Ohne soziale Gesetze entstehen Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit, wie in der Wildnis, wo es beim täglichen Überleben um das Gesetz des Stärkeren geht. Das Problem ist auch, dass wir genau die gleichen Wirt-schaftsstrukturen und damit die gleichen Leute, die das Problem verursacht haben, beauftragen, das Problem zu beheben. Weder Politik noch das Wirtschaftswesen haben sich verändert, weil keiner von den Verursachern zur Rechenschaft gezogen wurde und auch keiner von denen bereit ist, Fehler einzugestehen. So, wie im Mittelalter schon der Papst und die Kirche über dem Staat stand, sind das heute die Banken. Dies führt letztendlich dazu, dass Manager und die Finanzbranche weiterhin unverhältnis­mäßig hohe Bonuszahlungen auf Kosten von Steuerzahlern kassieren. Es entsteht ein soziales Spannungsfeld, denn die

 

Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Laut Hilfsorganisation Oxfam wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung schon im kommenden Jahr (2016) mehr besitzen als die restlichen 99 Prozent. Die 85 reichsten Menschen der Erde besitzen genau soviel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen – das sind ca. 3,5 Milliarden Menschen. Die sozialen Grundordnungen einer zivilisierten Gesellschaft, wie z.B. Arbeitsrechte, Kran-kenversicherungsschutz, Aus­bildung, Studium und Ren-tenversicherung werden immer mehr zum Opfer solcher „Kapital-Rettungsaktionen“. So z.B. erhalten die Univer-sitäten in Großbritannien keinerlei Finanzierung mehr für geisteswissenschaftliche Fächer, weil, so die Begründung, diese die Produktivität (von Privatunternehmen natürlich) nicht steigern. 2

 

Das entfesselte Kapital ist von jeglicher, sozialer Ver­­­antwor­tung befreit, es gibt dem Anschein nach immer neuere  Methoden, die Fairplay Regeln zu umgehen. Der wahre Motor unserer heutigen Gesellschaft beruht immer noch auf der sozialen Unsicherheit und existenziellen Angst. Ei-gentlich sind es die „archetypischen“ Ur-Motive. Ist der Mensch fähig, aus der Geschichte etwas zu lernen, um sich weiterzuentwickeln oder ist er immer noch an den egoistischen Urinstinkten seiner Natur gebunden? Die soziale Beschleunigung des postmodernen Zeitalters haben diese Ängste noch mehr verstärkt. Durch die ständige technologische Entwicklung, soziale Umwandlung und politische Anpassung ist der Mensch noch mehr Mittel zum Zweck geworden. Er pro­duziert mehr, um mehr zu konsumieren und konsumiert mehr, um mehr zu produzieren. Ich kaufe, also bin ich. Fair Trade Handel, Bio und nachhaltige Wirtschaft, Veganismus, Vegetarismus, ethische Bankensysteme sowie Grundeinkommen sind neue utopische Werte der neuen Consumer Democracy Generation nach 68’.

 

Die Sache mit dem globalen Kapitalismus von heute ist ziemlich komplex geworden. Das Hauptproblem des heu-tigen Zeitalters und der Unmöglichkeit einer Utopie besteht darin, dass nicht mehr das Medium Wort sondern das Medium Geld der kommunikative Kern der Gesellschaft geworden ist. Kein Ideal ist mehr von Bestand, alles lässt sich kaufen und verkaufen, alles hat seinen Preis. Doch die Natur des Menschen, seine Ehre, sein aufrichtiger Charakter als einzelnes Individuum ist aus dem Wort gebaut, es ist seine sowohl soziale als auch geistige existenzielle Essenz, die wenn auch nur teilweise entnommen, ein anthro-pologisches Diskontinuum, eine evolutive Depression oder sogar Degeneration verursacht. Es ist ein Angriff auf die Natur des Menschen, auf seinen aller innersten Kern, eine Schocktherapie ähnlich der BSE Krankheit bei Kühen, die man versucht hat, mit tierischem Mehl zu füttern. Es herrscht ein desillusioniertes Klima von einem nihilistischen Vakuum in dem jegliche Utopie nur noch Ab­straktion geworden ist.

Das Leben hat sich verändert, es ist schneller und unübersichtlicher geworden. Der Gott, wie es Nietzsche meinte, ist längst tot und begraben, doch seine Leiche lebt weiter, sie wird weiterhin von religiösen Institutionen vermarktet oder sogar von der Politik in abgelegenen Provinzen der Welt missbraucht. Währenddessen ist in den urbanen Gegenden mit Computer und Internet ein neuer Gott erschaffen worden, der Gott der permanenten Unterhaltung. Ähnlich den Kreuzfahrerzügen und Eroberungen im Mittelalter ist heute jeder Staatsapparat mit seinen Geheimdiensten bemüht im Internet seine eigene Hegemonie aufrechtzuerhalten und weltweit zu verbreiten. Einige Informationen werden ausgeblendet, andere gezielt verstärkt, je nach Interesse und Nutzen. Medien und Politik gehen miteinander zusammen, nicht umsonst sind einige Medienmogule auch gleichzeitig führende Politiker oder deren Schattenmänner, die sich dann wie ein Zampano aus Fellinis „La Strada“ selber im eigenen Fernsehzirkus stark machen und vermarkten. In Wirklichkeit, politisch gesehen, weiß keiner mehr, was Sache ist. Konrad Paul Liessmann meinte sogar, die einzige Sendung, die sich mit Tatsachen beschäftigt, ist die Wetterprognose. Alles andere sind Interpretationen und permanente Unterhaltung.

 

Die postmoderne Theorie der globalen Beschleunigung (nach Hartmut Rosas „Beschleunigung“) 3 zeigt immer mehr, dass sich die weltpolitische und ökonomische Strömung in einem ähnlichen Strudel der Unkontrollierbarkeit der Märkte verliert. Als Folge dessen haben wir Wirtschaftskrisen und keiner kennt mehr genau den Ausweg.

 

Die Menschheit von heute braucht und sucht ein neues wirtschaftliches System, wo die soziale Kontrolle des Kapitals an Werten der Gesellschaft gekoppelt ist. Die Griechenland Pleite, der Börsen Crash, Occupy, Wiki-Leaks und Anonymus Angriffe auf Machtstrukturen sind nur einige Beispiele dafür.

 

Der Mensch zeigt sich seiner Aufgabe, die Welt gerecht zu gestalten, nicht gewachsen, oder noch nicht, um es optimistischer auszudrücken. Der technische Fortschritt entwickelt sich unproportional zu der menschlichen, sozial gesellschaftlichen Entwicklung, so dass wir heute, in einer Art selbst verschuldeter Unmündigkeit, desorientiert hinterher humpeln. So ein Mensch passt nicht zum heutigen Zeitgeist, wo genug Technologie als Mittel zur Verfügung steht, um alle elementaren Probleme der Welt von heute auf morgen zu lösen. Dies zeigt ein Paradox, dass die technologische Entwicklung, die von der Menschheit selber vorangetrieben wurde, weit voraus der menschlichen sozial-ökonomischen Entwicklung ist. Der heutige Mensch ist nicht imstande, diese technologische Entwicklung sozial und gerecht zu nutzen und weil er die Technologie nicht optimal zu nutzen weiß, handelt es sich eigentlich um einen Missbrauch der Technologie.

 

Der Ausweg aus der heutigen Krise fordert Überwältigung von selbstzerstörerischen Kreisläufen von Wirtschaftsten-denzen, die an Habgier und Geldsucht gekoppelt sind. Eine fast unmögliche Mission, denn dafür müsste sich der Mensch von heute neu erfinden. So wie sich in der Politik der gewöhnliche Faschismus eingeschlichen hat, so hat sich auch in der Kunst der gewöhnliche Snobismus einge-schlichen. Die wahre, kritische, revolutionäre Kunst als utopisches Medium bleibt peripher. Aber war das eigentlich nicht schon immer so? Die Erschaffung eines neuen Wirtschafts-Paradigmas mit sozialer Vernunft wird so lange ein utopischer Gedanke bleiben, wie sich der Mensch nicht seinem eigenen korrupten Bewusstsein entgegenstellt. Diese Fallen hat sich die Menschheit in ihrer tau-sendjährigen, politisch-wirtschaftlichen „Entwicklung“ selbst gebaut.

1  Andrej Tarkowskij  „Die versiegelte Zeit“, Ullstein Verlag, Frankfurt / M - Berlin  1996, S. 242

2  Phillipp Mossetter „Good economy oder warum Marketing noch keine Haltung ist“, Kulturzeitschrift Vorfreude Nr. 1

3  Harmut Rosa „Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne“, Suhrkamp 2005

CREW

IDEE, BUCH & REGIe

Viktor Gasic

MUSIC

Minkyu Kim

CAMERA

Erik Wittbusch

2nd CAMERA

Andreas Wiechers

Andrzej Król

landscape CAMERA

Stefanie Boike

John Watts

Visual Artist & Colorist

Sergej Romanov

ART DIRECTOR

Stefanie Boike

MONTAGE

Art Vigo

TON

Detlef Gutzeit

Christoph Klöckner

SOUNDDESIGN

Keiko Imamura

Mischtonmeister

Michał Krajczok

Produktionsleitung

Kim Sun Park

Pavel Sebek

Carlos Naranjo

CAST

Marek

Daniel Fritz

Paul

René Erler

Swenja

Sabrina Strehl

Maria

Leni Wesselman

Sina

Lilith Bietmann

Phillip

Noam Bietmann

MANAGER

Klaus Bräuer

TECHNICAL INFO

Originaltitel

Bildformat

Ton

Länge

Der Wald

2,39 Scope

Digital Surround

138 Minuten

Sprache

Untertitel

Produktion

Format

Deutsch

Englisch

2013–2017

DCP Scope Farbe

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